„Vielleicht sind wir alle Monster“ vom Brighton Verlag:

Mein erster eigener Roman feierte sein Debüt am 15.05.2018.

Mehr zum Inhalt des Jugendthrillers:

Eines Abends sehe ich einen Mord.
Eigentlich will ich nichts damit zu tun haben.
Trotzdem schleiche ich mich in das Leben derer, die darin verwickelt sind.

Was das alles auslöst begreife ich erst viel zu spät.
Ich spüre eine Verbindung zu diesen Menschen.
Und doch behandele ich sie wie Puppen in meinem Theater.

Welche Wahrheit steckt wohl hinter dem Mord?
So schnell verfängt man sich in einem gefährlichen Spiel um Angst, Trauer und Wut.
Und all diese Gefühle werden in einem lauten Knall explodieren.

Das alles ist irgendwie verrückt.
Aber vielleicht ist in Wahrheit nichts und niemand normal.
Vielleicht tun wir alle bloß so.

Wo bekomme ich es?

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Seit ihr neugierig auf >> Vielleicht sind wir alle Monster << ?
Über jedes Feedback, jede Meinung und jeden Gedanken freue ich mich sehr.


Leseprobe – Kapitel 1

Zerreißende Stille

Was ich über all das denke?
Ich weiß es nicht.
Habe ich überhaupt ein Recht, zu urteilen?
Über diese Menschen?
Über das, was geschehen ist?
Bin ich ein Richter?
Bin ich der Staat?
Bin ich Gott?

Nein.
Eigentlich bin ich bloß ein jämmerlicher Versager.
Einer, der sich lieber mit allem anderen beschäftigt als mit seinem eigenen verkorksten Leben.

Vielleicht habe ich bloß eine Beschäftigung gebraucht.
Vielleicht kam mir dieser Mord geradezu gelegen.
Ich wollte damit nichts zu tun haben, nein.
Deswegen habe ich niemandem davon erzählt.
Doch nun kann ich mich nicht mehr davon losreißen.
Macht mich das zum Mittäter? Zum Involvierten?
Vielleicht.

Ich fange hier völlig wirr an. Seit wann ist das meine Art? Ich habe so lange kein Tagebuch mehr geschrieben, dass es mir wohl an Form mangelt. Gleichzeitig komme ich mir lächerlich dabei vor. Tagebuch schreiben. Das ist etwas, das zwölfjährige Mädchen machen.

Ich werde dieses Jahr einundzwanzig. Und ich bin wirklich nicht die Sorte Kerl, die ihre Gefühle in kleinen, süßen, durch Plastikschloss verschließbaren, rosa Notizbüchlein hineinkritzeln.

Aber – was soll ich sagen – es hilft. Es hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren. Und es hilft, das Gefühl zu haben, über etwas sprechen zu können, über das man eigentlich mit niemandem reden will. Nicht, dass ich ansonsten ersticken würde. In Tränen ausbrechen. Oder verrückt werden. Aber es ist beruhigend. Das war es bis jetzt zumindest immer.

Und vielleicht hilft es ja auch dieses Mal.

Ich schreibe also in einem Buch, ganz traditionell. An einem PC wäre das natürlich wesentlich einfacher. Aber auch riskanter. Ich will nicht, dass das irgendwer so leicht zu sehen bekommt. Und ein Computer ist wohl das unsicherste Medium überhaupt, machen wir uns da mal nichts vor.

Aber zurück zum Thema. Und dieses Mal mit mehr Ordnung.

Es ist gestern passiert. Der Mord, meine ich.

Ich ging die Straßen entlang, es war schon Abend.
Ich schlenderte so über den Gehweg, ließ meine Gedanken schweifen. Ich hatte kein bestimmtes Ziel, keine besondere Absicht. Ich wollte nur an die kühle Luft zu einem meiner abendlichen Spaziergänge. Ich mochte das einfach, die Ruhe und die dunklen Straßen.
Ich lief durch einige Schlupfwinkel, Schleichwege entlang. Dort störte einen niemand. Dort war es immer am Stillsten.

Das war wohl mein Fehler.
Ich bin eben nicht der einzige, der die Vorzüge menschenleerer Orte zu schätzen wusste.

Ich lief an einer der vielen Gassen vorbei – und da sah ich ihn. Abrupt hielt ich an.
Ich hatte das Szenario noch nicht verarbeiten können, da wusste ich bereits, dass irgendetwas nicht stimmte.
Dass irgendetwas falsch, alarmierend, vollkommen unpassend an diesem Bild war, das sich mir dort aus dem Augenwinkel heraus aufbot.
Das war der Grund, warum ich überhaupt angehalten hatte. Genauso, warum mein Blick auf dieser Szene verharrte.

Und dann sah ich, wie dieser Kerl den anderen erschoss.

Ich brauchte weit länger, um das wirklich zu verstehen.
Ich sah die Waffe in seinen Händen.
Hörte den Schuss austreten.
Und sah die Kugel eintreten.
Es waren nur Bruchteile von Sekunden.
Länger brauchte die Kugel nicht, um ihr Ziel zu finden.
Denn die Männer standen sich recht nahe.
Sie riss ein Loch durch seinen Kopf.
Dann trat dort das Blut aus.
Der Körper fiel rückwärts.
Durch die Wucht der Kugel, schätzte ich.
Dann stürzte der Körper zu Boden.

So, wie er fiel, gab es keinen Zweifel, dass er tot war.
Das war wahrscheinlich schwer zu beschreiben, aber man sah unmissverständlich, dass etwas Lebloses zu Boden krachte.
Nichts Menschliches, nichts, das noch Reflexe, Anspannung oder irgendetwas Lebendiges in sich gehabt hätte.
Es war eher wie ein umkippender Kartoffelsack.

Wir alle waren unbeweglich.
Der tote Typ am Boden, der Typ mit der Waffe, ich.

Die Stille kehrte zurück, nachdem der Schuss verklungen war.
Und sie war schlimmer als je zuvor.

Es gab diese zwei Arten von Stille. Die, die angenehm war, und die, die unangenehm war.
Und dann war da noch eine dritte, eine, die man nur sehr selten erlebte. Eine fürchterliche, alles zerreißende Stille, die einen fast um den Verstand brachte. Denn obwohl oder gerade weil die Stille nichts ist, brachte sie all die Dinge zum Vorschein, die man niemals zu Gesicht bekommen wollte.

Ich sah den Mann vor mir. Den mit der Waffe.
Und ich fragte mich, ob dies das Gesicht eines Mörders war. Ob es nur ein Gesicht von vielen war. Oder ob Menschen, die so etwas taten, anders aussahen.

Das Bild brannte sich in mir ein.

Warum bewegt er sich nicht?, dachte ich mir.
Warum bewegst du dich nicht?, konterte ich dann.

Richtig – das war ein Punkt, den ich unbedingt in Angriff nehmen sollte. Ich verschwand um die Ecke.

Doch Stille.
Nur die Stille.
Immer noch diese Stille.

Irgendwas hielt mich.
Ich wusste nicht, was.
Doch ich drängte es von mir weg.
Weit weg. So weit, wie ich nur konnte.
Und dann rannte ich.

Ich hatte keine Angst, nein.
Ich war auch nicht unter Schock.
Ja, es war kein schöner Anblick gewesen.
Doch ich war tough.

Ich rannte weg, weil er eine Waffe hatte.
Weil ich ein Zeuge seiner Tat war.
Und ich nicht der Nächste sein wollte, dessen Fleisch von einer Bleikugel getroffen werden würde, die sich mit irrsinniger Geschwindigkeit durch den Kopf hindurchbohrte.

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Schaut hier den Trailer:

Zum ersten Kapitel von >Vielleicht sind wir alle Monster< gibt es außerdem eine Hörprobe mit Video: